Operation erfolgreich, Patient lebt

Wie vor einigen Tagen berichtet stand bei meinem Homeserver ein Hardwareupgrade an. Dem habe ich mich heute gewidmet, allerdings erst einmal nur provisorisch. Man weiss ja nie, ob die neue Hardware auch so funktioniert wie man sich das vorstellt. So schaut’s derzeit unter’m Schreibtisch aus:

 

Soweit läuft die Maschine wieder, allerdings war dafür bei Solaris ein wenig mehr Handarbeit von Nöten als ich dies von Linux gewohnt bin.

Als Vorbereitung habe ich erst einmal ein neues Boot Environment angelegt, um ggf. einfach wieder zur alten Konfiguration zurück zu können. ZFS und Snapshots machen’s möglich:

beadm create solarisexpress11-new

Nun galt’s, die neue Hardware anzuschliessen und von einer Live-CD zu booten, um das System mit der neuen Hardware vertraut zu machen. Dabei war dieser Bug Report sehr hilfreich. Zuerst muss das root-Filesystem eingebunden sowie das Boot Environment gemountet werden, danach wird die Hardwarekonfiguration erneuert und zuletzt das Boot Archive (eine Art initramfs) aktualisiert:
# Passwort der Live-CD lautet “solaris”
pfexec su -

# -f ist erforderlich, da das Filesystem zuletzt auf einer anderen
# Maschine gemountet war und nicht exportiert wurde
zfs import -f rpool

# Boot Environment einbinden
mkdir /x
beadm mount solarisexpress11-new /x

# Device Tree neu erstellen
mv /x/etc/path_to_inst /x/etc/path_to_inst.orig
touch /x/etc/path_to_inst
devfsadm -C -r /x
devfsadm -r /x

# reconfigure beim nächsten Start erzwingen
touch /x/reconfigure

# Boot Archive aktualisieren
bootadm update-archive -R /x

# Filesystem synchronisieren und Boot Environment aushängen
cd /
sync
beadm unmount solarisexpress11-new
Das war’s. Beim nächsten Neustart erkennt Solaris die neue Hardware, richtet sie ein und die Kiste läuft wieder.

Erfreulicherweise scheint sich das Upgrade auch gelohnt zu haben. Aus Sicherheitsgründen mache ich einmal pro Woche einen vollständigen Integritätstest des Filesystems, einen sogenannten scrub. Man will ja wissen, wann die Platten anfangen Daten zu verlieren. Beim Daten-Pools dauerte das zuletzt 12 Stunden und 17 Minuten. Der aktuelle Durchgang ist bei etwa der Hälfte, die geschätzte Gesamtdauer liegt bei unter 8 Stunden. Sehr schön!