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Installation von Oracle 11gR2 Enterprise Edition unter Ubuntu 12.04

Zuhause spiele ich ab und an ein wenig mit einer Oracle-Datenbank rum. Dazu habe ich vor einiger Zeit die frei verfügbare Express Edition (XE) in Version 11gR2 installiert, was relativ simpel war (rpm-Pakete mit alien nach deb konvertieren sowie kleinere Vor- und Nacharbeiten). Nun wollte ich mit table partitioning experimentieren. Dabei handelt es sich dummerweise um ein Enterprise-Feature, welches von der XE nicht unterstützt wird.

Halb so schlimm, da Oracle netterweise auch die Enterprise Edition (EE) zum Download anbietet und man zu Lernzwecken keine Lizenz benötigt. Also habe ich mich heute dem Vergnügen hingegeben, diese Version unter Ubuntu 12.04 (Precise Pangolin, 64bit) an’s Laufen zu bekommen. Das wäre nur halb so schlimm, wenn Ubuntu eine offiziell unterstützte Linux-Distrubution wäre…

Der Quick Installation Guide war schon ein guter Einstieg, allerdings stößt man schnell auf Probleme, weil Bibliotheken fehlen, Pfade falsch sind, etc. Mit Hilfe dieser Anleitung hat’s dann aber ganz gut funktioniert. Insbesondere die Makefile-Patches im Abschnitt „Solving compilation/link errors“ sind sehr hilfreich, um Fehlermeldungen im Rahmen der Installation zu umschiffen.

Abschliessend habe ich noch ein Startskript für Upstart erstellt und als /etc/init/oracle-ee.conf gespeichert. Beim Start wird /dev/shm umgebogen, um den Fehler „ORA-00845: MEMORY_TARGET not supported on this system“ zu umgehen.

description  "Oracle Enterprise Edition"

env ORACLE_HOME=/opt/oracle/ora11g/product/11.2.0/dbhome_1
env ORACLE_USER=oracle

start on (net-device-up
          and local-filesystems
	  and runlevel [2345])
stop on runlevel [016]

expect fork

pre-start script
    [ -h /dev/shm ] && rm -f /dev/shm && mkdir /dev/shm && mount --move /run/shm /dev/shm && mount --bind /dev/shm /run/shm
    su - $ORACLE_USER -c "$ORACLE_HOME/bin/dbstart $ORACLE_HOME"
end script

post-stop script
    su - $ORACLE_USER -c "$ORACLE_HOME/bin/dbshut $ORACLE_HOME"
end script

Die Datenbank wird nun automatisch beim Systemstart hochgefahren und kann wie jeder andere Dienst manuell gestartet/gestoppt werden (sudo start oracle-ee / sudo stop oracle-ee).

P.S.: Einfacher wäre gewesen, die komplette Oracle Database Developer VM herunterzuladen (für VirtualBox). Da sind dann auch gleich der SQL Developer und TimesTen mit dabei. Aber warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht… 🙂

Fehlende Video-Thumbnails unter Ubuntu 12.04

Ubuntu 12.04 nutzt den totem-video-thumbnailer zur Erzeugung von Thumbnails. Das funktioniert i.d.R. auch, allerdings versteht sich Totem scheinbar nicht auf alle Videoformate gleich gut. Bei mir werden z.B. für Dateien im Matroska-(.mkv)-Format keine Vorschaubilder erzeugt.

Glücklicherweise gibt’s ja für alles Alternativen und Schalter. Man muss sie nur finden 😉 Den hilfreichen Tipp habe ich hier gefunden. Kurz zusammengefasst: ffmpegthumbnailer ersetzt totem-video-thumbnailer, gesteuert wird es nicht mehr über die Gnome-Konfiguration, sondern über Dateien in /usr/share/thumbnailers. Wir installieren das fehlende Paket, nehmen den Eintrag von Totem als Vorlage…

sudo apt-get install ffmpegthumbnailer
sudo cp -a /usr/share/thumbnailers/totem.thumbnailer /usr/share/thumbnailers/ffmpeg.thumbnailer

…und passen sie für ffmpeg an. Dazu die folgenden beiden Zeilen ersetzen:

TryExec=/usr/bin/ffmpegthumbnailer
Exec=/usr/bin/ffmpegthumbnailer -s %s -i %i -o %o -c png -f -t 10

Danach kann der Thumbnail-Cache geleert werden:

rm ~/.thumbnails/fail/gnome-thumbnail-factory/*

Wer möchte kann sich nun von Totem trennen. Achtung: Dabei wird auch der Verweis auf den Totem-Thumbnailer unter /usr/share/thumbnailers entfernt. Daher ist es wichtig, die Datei nicht direkt zu bearbeiten, sondern eine Kopie davon zu erstellen und diese anzupassen.