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Sonos – Es werde Musik!

Pünktlich zu Weihnachten habe ich mir selbst eine kleine Freude gemacht und (nach ausführlicher Recherche) ein Sonos Play:5 gekauft. Das gute Stück tut seit rund zwei Wochen bei mir seinen Dienst. Zeit für eine kleine Zusammenfassung.

Sonos baut Multiroom-Audio-Systeme. Einfach gesagt handelt es sich dabei um einzelne Komponenten, mit denen einer oder mehrere Räume beschallt werden können. Das Angebot umfasst Bausteine, die an den vorhandenen Verstärker (Connect) oder vorhandene Lautsprecher (Connect:Amp) angeschlossen werden, als auch Aktivlautsprecher mit integriertem Verstärker (Play:3 und Play:5). Ausserdem gibt es noch ein iPod/iPhone-Dock sowie eine Fernbedienung. Zwei Aktivlautsprecher lassen sich zu einem Stereo-Paar zusammenfassen.

Mindestens eine der Komponenten muss dabei per Kabel mit dem lokalen Netzwerk verbunden werden. Untereinander bauen die Geräte ein eigenes WLAN-(Mesh-)Netzwerk auf, hierüber wird die Musik transportiert. Die Steuerung erfolgt entweder über die dedizierte Fernbedienung (mit über 300 EUR ziemlich teuer), über kostenlose Apps für iPhone, iPad und Android oder aber über einen Software-Controller für Windows oder Mac OS X. An meinem Ubuntu-Desktop funktioniert der Windows-Client via WINE gut.

Musik kann aus unterschiedlichen Quellen abgespielt werden. Sie kann von einem der zahlreichen unterstützen Musikdienste gestreamt werden (Napster, Deezer, JUKE um nur mal ein paar zu nennen), es können Webradio-Sender eingebunden werden (bequem über eine Suche am Controller) und natürlich kann auf die eigene Mediathek zugegriffen werden. Die Musik muss dabei auf einer Windows-Freigabe (CIFS, SMB) im lokalen Netzwerk verfügbar sein. Man braucht also keinen Rechner, auf dem eine eigene Serversoftware läuft (so wie bei der Logitech Squeezebox), ein „dummes“ NAS genügt. Im einfachsten Fall ist das ein USB-Stick bzw. -Festplatte an einer Fritz!Box.

Genug mit dem allgemeinen Vorgeplänkel, ein paar persönliche Eindrücke. Bisher habe ich eine Logitech Squeezebox genutzt, angeschlossen an meine Anlage im Wohnzimmer (Marantz SR-5000, Mordaunt-Short Avant 908i Standlautsprecher). Ich halte mich allerdings vornehmlich im Arbeitszimmer auf und nutze die Anlage leider viel zu selten. Also habe ich mir für diesen Raum erst mal einen Aktivlautsprecher angeschafft. Bestellt habe ich bei Thomas Lang von ueberall-musik.de. An dieser Stelle herzlichen Dank für den guten Service und die prompte Lieferung. Der Play:5 schaut so aus:

Die Einrichtung war sehr einfach: iPhone-Client installieren, Play:5 mit LAN und Strom versorgen, nach Anweisung des Clients zwei Tasten am Lautsprecher drücken, einen Namen für den Raum in dem das Gerät steht festlegen, fertig. Das Gerät wird sofort gefunden. Im nächsten Schritt habe ich meine Napster-Zugangsdaten eingetragen, und schon konnte ich Musik hören. Das alles hat weniger als 5 Minuten gedauert, Auspacken und Kabel zum geplanten Aufstell-Ort verlegen waren noch die beiden aufwendigsten Schritte.

Als nächstes war der PC dran. Auch hier: Client runterladen, installieren, starten, zwei Tasten am Lautsprecher drücken, fertig. Auf dem Mac das gleiche. Neue Komponenten werden analog dazu integriert, die Einrichtung ist dabei nur einmal erforderlich. Jeder Controller kann alle Geräte im ganzen Haus steuern.

Das Hinzufügen der Mediathek war genauso einfach: Server- und Freigabename eintragen, Benutzername und Passwort dazu, und schon wird das Laufwerk nach Musik durchsucht. Man ist nicht auf eine einzige Freigabe beschränkt, es können beliebig viele hinzugefügt werden. Die Tags werden ausgelesen und in einen Index aufgenommen, der nach Titel, Album, Künstler, Musikrichtung durchsucht werden kann. Ein Zugriff auf die originale Ordnerstruktur ist ebenfalls möglich. Der Index wird auf den Sonos-Geräten gespeichert und repliziert und fasst aktuell bis zu 65.000 Titel und Playlisten. Die Unterstützung für Musikformate ist umfangreich (MP3, WMA, AAC, AAC+, Ogg Vorbis, Apple Lossless, FLAC, WAV, AIFF), aber nicht allumfassend (z.B. keine HD-Audio mit >48 kHz Samplerate oder >16bit Auflösung).

Die Wiedergabe erfolgt bei Titeln aus der lokalen Mediathek gapless, d.h. ohne Unterbrechung (wichtig bei Live-Alben, getestet mit MP3 und FLAC). Bei Online-Streams gibt es immer eine kurze Pause zwischen den einzelnen Tracks, durch zuschaltbare Überblendung lässt sich das Problem zumindest mildern.

Ich muss mich erst mal mit einem einzigen Lautsprecher begnügen. Eines der Alleinstellungsmerkmale kann ich damit noch garnicht nutzen: Die gleichzeitige (und wahlweise synchrone) Wiedergabe von Musik in mehreren Räumen. Jede Komponente kann einzeln gesteuert werden, mehrere können zu einer Zone zusammengefasst werden. Dies geht dynamisch mit wenigen Schritten am Controller. In jeder Zone kann beliebig Musik abgespielt werden, bei insgesamt 32 Geräten ist Schluss.

Wo viel Licht ist gibt’s natürlich auch Schatten. Störende Kleinigkeiten:

  • Das vollständige Aktualisieren des Musik-Index lässt sich nur durch Löschen und erneutes Hinzufügen einer Freigabe oder durch Umbenennen des Ordners erzwingen, sodass die Musik als „neu“ erkannt wird.
  • Cover Art muss als folder.(jpg|gif) gespeichert werden oder in die Musik eingebetten sein, je nach Controller gibt es unterschiedliche Begrenzungen bei Auflösung und Dateigröße.
  • Podcasts würde ich gerne direkt auf dem Sonos abonnieren und hören, ohne sie erst in der Mediathek speichern zu müssen.
  • Die PC/MAC Controller-Software könnte komfortabler sein.
  • Der Tag-Hölle mit ID3v1, ID3v2, UTF8-Encoding etc. werde ich einen eigenen Artikel widmen und dabei auch auf Compilations eingehen.

Insgesamt bin ich dennoch sehr zufrieden. Seit ich das Gerät habe höre ich wieder viele der über die Jahre selbstgerippten Alben, die bisher auf meinem Homeserver geschlummert haben. Der Play:5 klingt ordentlich, geht lauter als ich zu Hören vermag (leider nicht bis 11), genügt auch zur Beschallung von mittelgrossen Räumen und hat dank Subwoofer genug Tiefgang. Die Bedienung per iPhone-Controller klappt gut.

Ich befürchte fast, dass dies nicht das letzte Gerät von Sonos war, das ich gekauft habe. Sonos hat mir meine Musik wiedergegeben.